Bergfotografie: Ausrüstungs-Tipps für Bergfreunde

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„Welche Ausrüstung für deine Bergfotos benutzt du?“ hören wir nach der Frage der Kamera wohl mit am häufigsten. Dabei ist die Ausrüstung bei der Bergfotografie weder kompliziert, noch braucht man ein großes Arsenal an besonderen Produkten. In diesem Artikel haben wir daher die unserer Meinung nach sinnvolle Ausrüstung für die Bergfotografie zusammengefasst. Außerdem sagen wir dir, was du zuhause lassen kannst, dir gar nicht erst kaufen musst, und warum ein Plan für den Bergnotfall auch für Bergfotografen so sinnvoll ist.

Bergfotografie Ausrüstung Tipps

Zusammenfassung: Unsere Bergfotografie Ausrüstungstipps

  • Eine Kamera mit 2 Wechselobjektiven (so leicht wie möglich, so schwer wie nötig)
  • Geladener Akku, leere Speicherkarte (Ersatzakku und Ersatz Speicherkarte)
  • Passender Bergsportrucksack ca. 20-40L
  • Passende Bergschuhe
  • Wetterangepasste Kleidung
  • Ein solides Risikomanagement bzw. einen Notfall-Plan

Bergsport-Rucksack

Die meisten Bergtouren macht man in den Alpen als Tagestouren, manchmal übernachtet man auch auf einer Hütte oder im Biwak. Für diese Abenteuer braucht es einen halbwegs ordentlichen Rucksack. Wichtige Kriterien:

  • Passform/Halt: Besonders bei den Sportarten Biken und Skifahren, aber teils auch beim Wandern zeichnet sich ein guter Bergrucksack durch eine gute Passform aus und eine ordentlichen halt. Ein Rucksack mit sehr gutem Halt bei Bewegungen schränkt meist die Belüftung ein. Hier muss man sich entscheiden, ob man dies braucht und dafür einen schnell verschwitzten Rücken in Kauf nimmt.
  • Grösse/Stauraum: Für Tagestouren reichen meist ein 20-30L Rucksack. Bei Hütten- oder Biwakübernachtung empfehlen sich eher 30-40L.

Wir haben spezielle Fotorucksäcke getestet, auch spezielle Fotorucksäcke für Outdoorsport und haben festgestellt, dass es diese eigentlich nicht braucht. Klar, es ist toll eine besonders gut geschützte Hülle zu haben, große Fächer mit schnellem Zugriff. Wirklich gebraucht haben wir das nie. Meist stecken wir die Kamera und Objektive in eine mitgelieferte oder normale Kameratasche und dies dann in einen normalen Outdoor- oder Bergsportrucksack (Outdoor Foto Rucksack).

Die meisten unerfahrenen Bergwanderer packen ihren Rucksack viel zu voll mit Dingen, die sie nicht brauchen. Ein ca. 40L Rucksack mit ein paar guten Befestigungsmöglichkeiten reicht meist bis zu einer 3-Tages Tour auch im hochalpinen Gelände.

Outdoor-Kameratasche? Die Mützentaktik

Wir verzichten auf spezielle Kamerataschen am Berg. Fast immer reicht uns die klassische Mützentaktik: Kamera in eine normale Wintermütze, das Wechselobjektiv ebenso, eh voila. So haben wir weniger Material- verbraucht und weniger Krimskrams herumliegen und gleichzeitig haben wir für die Gipfelrast (also dann, wenn wir ohnehin meist auch fotografieren) eine angenehm warme Kopfbedeckung.

Bergfotografie: Kamera und Objektive

So leicht und wenig wie möglich, so groß wie nötig.

Wir fotografieren aus professionellem Grund mit einer Vollformatkamera – der immer noch leichtesten DSLR, die Nikon D610. Wer nicht professionell Ergebnisse liefern muss, dem reichen auch kleinere Modelle. Die beste Kamera für Bergfotos haben wir hier detaillierter beschrieben.

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Profifotografen Grundregel. Lieber weniger Kameraausrüstung, dafür mehr lecker Essen. Nur ein nicht hungriger Fotograf ist schließlich ein guter Fotograf ;)

Mirrorless oder klassische Kamera mit Spiegel?

Derzeit finden wir die Spiegelreflexkameras noch besser zur Fotografie. Oft spart man mit Spiegellosen zwar rund 100Gramm Gewicht, verliert sie aber wieder, da meist deutlich weniger Bilder mit einem Akku geschossen werden können und man daher gezwungen ist 1-2-4 Ersatzakkus mitzuschleppen. Derzeit (2018) kann man sich die Mirrorless Systeme schon kaufen, ihren haupt-Vorteil haben sie derzeit eher beim filmen von Videos, nicht beim Fotografieren selbst.

Welche Objektive für die Bergfotografie?

Klar sind Festbrennweiten optisch oft die besten Modelle, manchmal auch ausreichend, da wir aber Gewicht und Platz sparen müssen sind meist 2 Standard-Zoommodelle dabei. Ein 18-50mm und ein 70-200mm sind die Objektive, die wir am meisten einsetzen. Für die Bergfotografie wählt lieber ein Objektiv mit Blende 4 und ohne Stabilisator. Das Standard 15-50mm kann auch Blende 2.8 sein. Viel Offenblende und Stabilisator kosten nur viel Gewicht und Platz und bringen kaum etwas am Berg.

Zusatzausrüstung (Stativ, Filter…)

Wir verzichten meist auf Zusatzausrüstung komplett. Klar, ein geladener Akku muss in den Rucksack, bei Mehrtagestouren kommt ein Ersatzakku mit. Außerdem haben wir meist eine Ersatz-Speicherkarte dabei. Das wars.

Zu bestimmten Touren bzw. wenn wir Nachtfotografie speziellen machen möchten (z.B. die Milchstraße), nur dann nehmen wir ein Stativ mit und teilweise Spezialausrüstung für z.B. Milchstraßen-Panoramen. Das kommt allerdings nur sehr selten vor. Meist spart man sich besser die Ausrüstung

Brauche ich keine Filter?

Jein. Wir nutzen Filter praktisch nie am Berg. Einen UV-Filter kann man ohnehin getrost nicht beachten, ein Polfilter mag bei Spiegelungen sinnvoll sein, um Kontrast z.B. in den Himmel zu bekommen reicht allerdings auch eine Bildbearbeitung – diese müssen wir dann zwar zuhause machen, sparen uns aber den Platz im Rucksack dafür für mehrere Stunden am Rücken. Graufilter und Grauverlaufsfilter haben wir manchmal dabei – dann, wenn wir wissen, dass ein besonders intensiver oder formschöner Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang zu erwarten ist. Meist lassen wir aber auch diesen im Tal. Eine gute Kamera hat heutzutage eine so hohe Dynamic Range, dass dies meist nicht mehr notwendig ist. Und falls doch gibt es sicherlich genug Bildkompositionen, die man auch ohne Graufilter oder Verlaufsfilter anwenden kann. Ein Graufilter und Grauverlaufsfilter nutzen wir meist nur bei Landschaftsfotografien, wenn wir die Ausrüstung nicht stunden- oder tagelang am Rücken tragen müssen.

Weitere Ausrüstung zur Bergfotografie

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Outdoor Fotografie Tagesausrüstung: 20l Rucksack, Wechselshirt, Essen, Trinken, Notfallhandy, Mütze (als Kameratasche und- schutz), Halstuch. Für MTB-Touren: Knieschoner, Handschuhe, Helm, Reparaturmaterialien inkl. Ersatzschlauch. Nicht auf dem Bild: Kamera mit Standard-Zoomobjektiv, dünne Wind/Regenjacke

Die weitere Ausrüstung ist deutlich wichtiger, als die Kamera für die Bergfotografie. Gut passende Schuhe mit ordentlichem Profil sind das wohl wichtigste, dazu noch wetterfeste und angepasste Kleidung. Genau das mitzunehmen, was man braucht, und nicht zu viel ist eine hohe Kunst und braucht einiges an Erfahrung. Eine dünne Regenjacke z.B. haben wir fast immer dabei für den Notfall, den bequemen Flies Pullover, die dicke Wärmejacke, die zweite Hose und viele mehr dagegen kann man fast immer im Tal lassen.

Sicherheitsausrüstung

Freude am Berg ist das eine, eine sinnvolle Sicherheitsausrüstung und ein minimales Sicherheitsnetz sollte man dennoch immer vorab geplant haben. Ein (aufgeladenes) Notfallhandy ist immer dabei, außerdem ein kleines Erste-Hilfe Set und natürlich eine Karte (meist digital auf dem Smartphone) oder eine sehr gute Ortskenntnis. Außerdem sollte immer jemand Drittes Bescheid (Prinzip des externen Tourenpartners) wissen, welche Tour man in etwa geht, auf welchen Berg über welchen Weg und wie die grobe Zeitplanung ist. So hat man zumindest noch eine kleine Chance im äußersten Notfall dem Sensemann einen Strich durch die Rechnung zu machen. Bei klassischen Hüttentouren sagt man im Normalfall auch dem Hüttenwirt Bescheid bzw. trägt sich in das Hüttenbuch ein. Trotz aller moderner digitaler Technik sind die immer noch die besten Risikomanagement Strategien für den Notfall am Berg.

Was es sonst noch zu beachten gibt beim Wandern und fotografieren.

Weitere Einblicke geben wir bei unseren Foto Workshops. Hier ist auch Raum für deine individuellen Fragen.

Du brauchst noch Tipps für bessere Bergbilder? Hier haben wir ein umfassenden Bergfotografie-Tutorial, das dir viele Anregungen und Hilfestellungen bieten sollte. Falls nicht, kontaktiere uns einfach!

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