Sterne und der Nachthimmel mit Milchstraße ziehen Outdoorfotografen wie dich und mich in ihren Bann. Mit diesem Step by Step Guide – Milchstraße fotografieren gelingen dir garantiert beeindruckende Aufnahmen des Sternenhimmels.

Lerne die richtigen Einstellungen für Kamera und Objektive für Sternenfotografie, welche Ausrüstung zu brauchst, wo und wann du die besten Chancen auf die Milchstraße hast, wie du einen Fototrip planst und wie du deine Sternenbilder bearbeitest.


Über den Autor
Ich bin Marius, Gründer von Mountain Moments, Outdoor-Fotograf und Bergliebhaber aus Leidenschaft! Lerne das Mountain Moments Team kennen und lies unsere Foto-Tipps, Tricks und Abenteuergeschichten im Blog.


Inhalt Guide Sterne und Milchstraße fotografieren

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1. Sterne und Milchstraße Fotografieren – Kameraeinstellungen in Kürze
2. Kameraausrüstung – Kamera, Objektive und sonstige Ausrüstung, um den Sternenhimmel zu fotografieren
3. Milchstraße fotografieren und sehen – Planung: Wo und Wann
4. Kameraeinstellungen: Alles was du wissen musst für Sterne und Milchstraße
5. Bildbearbeitung: Tipps für schöne Sternenbilder und Milchstraßenpanoramen
6. Sternenhimmel fotografieren mit dem Smartphone (iOS, Android, Apps)
7. Zusammenfassung Sterne und Milchstraße fotografieren: Der simple Step by Step Guide (Cheat Sheet)

1. Polarlichter Fotografieren – Kameraeinstellungen in Kürze

Du willst die Grundeinstellungen zum Sterne fotografieren schnell wissen? Hier die allerwichtigsten Basics in Kurzform:

  • Objektiv: Wähle ein Weitwinkelobjekitv, bei Vollformatkamera ca. 14-55mm Brennweite, je nach deiner Bildkomposition
  • Dateiformat: Fotografiere wenn möglich im Raw-Format.
  • Lichtempfindlichkeit: ISO: 3200 – je nach Lichtsituation wirst du dich zwischen ISO 1600-6400 bewegen
  • Blende: Offenblende – idealerweise f2.8 oder weiter offen
  • Verschlusszeit: Zirka 15 Sekunden – abhängig von deiner Brennweite und Sensorgröße. Bei Vollformat rechne 500/Brennweite und du erhälst die maximale Zeit in Sekunden.
  • Fokus: Fokussiere manuell auf unendlich (kenne den exakten Unendlich Wert vorab)

Dazu brauchst du eine Kamera mit manuellen Einstellmöglichkeiten sowie ein Stativ. Alles Wissenswerte dazu im nächsten Kapitel.

Milchstrasse in den Alpen hoch über Innsbruck (Tirol, Österreich). Als Vordergrund wurde eine sich bewegende Person gewählt, die in der voreingestellten Zeit mit einer Stirnlampe den Weg abgegangen ist Einstellungen: Iso 1600, Verschlusszeit: 20 Sek., Blende f2.8, 14mm Vollformatsensor, manueller Fokus auf unendlich). Keine Mehrfachbelichtung, kein Composing, Bildbearbeitung in Lightroom (Dauer ca 10min.).

2. Kameraausrüstung – Kamera, Objektive und sonstige Ausrüstung, um den Sternenhimmel zu fotografieren

Du musst keine Profi-Ausrüstung besitzen, um die Sterne zu fotografieren. Dennoch hilft eine hochwertige Kameraausrüstung natürlich um professionelle Bilder der Milchstraße und Sternenbilder zu erstellen.
Wir zeigen dir, was du mindestens brauchst um Sternenbilder machen zu können, was wir empfehlen, und welche Ausrüstung wir selbst benutzen.

Minimale Ausrüstung

  • Kamera mit Möglichkeit zur manuellen Einstellung – Ein manueller Modus erlaubt dir unabhängig die notwendigen Kameraeinstellungen vorzunehmen: ISO, Blende und Verschlusszeit. Im Prinzip reicht dir hier ein Smartphone mit einer App, die diese Funktionen anbietet. Ein Modus zur Vorauslösung (d.h. die Aufnahme startet einige Sekunden verzögert) wäre noch zu bedenken, um verwacklungsfreie Bilder zu schießen.
  • Stativ – Du brauchst ein Kamerastativ, das deine Kamera stabil trägt, oder etwas, das die Aufgabe ein Stativ übernehmen kann. Deine Verschlusszeit wird ca. 5-30 Sekunden betragen, in dieser Zeit darf sich deine Kamera keinen Millimeter bewegen.

Empfohlene Ausrüstung

Wie du siehst, braucht es nicht viel, um Sterne zu fotografieren. Für professionelle Ergebnisse von Sternenbildern und Miilchstrassenfotografie empfehlen wir dir eine Fotokamera mit hochwertigem Sensor sowie ein Weitwinkel-Objektiv.

  • Vollformat Kamera (z.B. Nikon D610, D800, D810, Z6)
  • Weitwinkel Objektiv z.B. 12-50 mit großer Offenblende (kleiner Wert) z.B. f2.8
  • Kabelfernauslöser
  • Stirnlampe

Unsere Ausrüstung für Sternenfotografie

Wir fotografieren Landschaften und Nachtaufnahmen mit den Kameras Nikon D610, D800, D810 und Z6. Hier ist die Qualität hervorragend und du musst nicht gleich dein Reihenhaus verkaufen, um sie dir leisten zu können, wenngleich die Ausrüstung kein günstiger Spaß ist. Du kannst natürlich auch vergleichbare Modelle von anderen Herstellern wählen.

Wir nutzen verschiedene Weitwinkel-Objektive verschiedener Hersteller, wichtig ist lediglich die große Offenblende (um ca. f2.8) und die allgemein hohe Vergütung der Linsen.

Für Panorama-Milchstraßenaufnahmen benutzen wir (und viele andere Fotografen) das Samyang 14mm f2.8. Das Objektiv ist relativ günstig (um 300-350 Euro), ziemlich scharf, hat allerdings nur manuellen Fokus sowie einige Schwächen in den Bildrändern und leichte Farbdistortionen. Das Samyang 14mm f2.8 wird auch unter dem Namen Rokinon vertrieben und hat uns seit vielen Jahren noch nicht enttäuscht.

Es gibt verschiedene ähnliche Objektive von Samyang, je nach Sensorgröße und Objektivanschluss. Die meisten sollen ähnlich gute Leistungen und damit ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis haben.

Neben Kamera und Objektiv brauchst du außerdem ein stabiles Stativ. Richtwert: Deine Kamerausrüstung sollte max. die Hälfte der max. Herstellerangabe betragen) und idealerweise einen Vorauslöser (Kabelvorauslöser) passend für deine Kamera.

Wir nutzen außerdem einen simplen Kabelfernauslöser (passend für die Kamera). Dies ist die günstigste Lösung, die immer funktioniert. Wenn wir den Fernauslöser vergessen, nutzen wir die 10-Sekunden-Timer Funktion unserer Kamera.

Außerdem wichtig sind warme Kleidung und eine Stirnlampe. Wir empfehlen dir außerdem warme Handschuhe, festes Schuhwerk und eine warme Mütze.

Professionelle Spezialausrüstung für bestimmte Nachtbilder (Einführung)

Es gibt einige Spielarten der Astrofotografie, die weitere Ausrüstungsgegenstände zwingend erfordern. Diese reißen wir in diesem Guide nur kurz an.

Die Milchstraße als Panorama in den Alpen fotografiert. Man sieht deutlich am Horizont die helle Lichtverschmutzung in Deutschland (links) und Italien (rechts). Fotografiert am Alpenhauptkamm auf rund 3000m Höhe.

Für Milchstraßen-Panoramen brauchst du zwingend einen Nodalpunktadapter. Dieser erlaubt dir ein 360° Panorama in verschiedenen Formen durchzuführen. Er schafft es den idealen Punkt zu finden, an dem du die Kamera um diesen ohne Versatz drehen kannst.

Für ein Milchstraßen-Panorama benötigst du ein stabiles Stativ und einen Nodalpunktadapter. In der Nachbearbeitung musst du alle einzelnen Bilder mit Hilfe einer Software zusammenfügen.
Hier wurde zusätzlich noch ein Blitz eingesetzt, um den Vordergrund mit Biker sichtbar zu machen. Die Bearbeitung dieses Fotos ist relativ fehlerhaft und zeigt die Schwierigkeit dieses Unterfangens: 360°Milchstraßenpanoramen brauchen extrem viel Übung und sehr viel Zeit bei Planung, vor Ort und noch mehr in der Nachbearbeitung (rechne 1-2 volle Arbeitstage Nachbearbeitung für ein Panorama) – logisch, wir haben das Foto auch in einer perfekten Ausführung, wollen dir hier aber zeigen, wie die Realität bei den ersten Versuchen aussehen wird.

Im Anschluss benötigst du außerdem eine spezielle Georeferenzierungssoftware („Panoramasoftware“) z.B. PT Gui oder Hanui. Mit dieser Software kannst du die einzelnen Bilder zusammenfügen, indem du bei den entsprechenden Bildern die identen Punkte georeferenzierst. Für den Anfänger und Fortgeschrittenen ist dies allerdings etwas viel auf einmal. Für ein Milchstraßenpanorama musst du mit Shooting und kompletter Bearbeitung mehrere Stunden bis zu einem ganzen Tag Zeit einplanen.

Weitere Ausrüstung für enthusiastische Astrofotografen sind Skytracker, Kamera-Fernglas-Kombinationen sowie Foto-Stacking und Startrail-Software.

3. Milchstraße fotografieren – Planung und Vorbereitung

Die Milchstraße zu finden ist für uns Mitteleuropäer nicht so einfach. Europa ist nachts ziemlich „hell“ – der Preis der Zivilisation mit Straßenlichtern, Stadtlichtern, Autolichtern und vielem mehr.

Daher musst du zunächst geeignete Orte finden, um Sterne und die Milchstraße überhaupt sehen zu können.

Um die Milchstraße zu fotografieren musst du auch wissen, wann du sie überhaupt am Nachthimmel sehen kannst und wann das Wetter mitspielt. Konzentrieren wir uns in diesem Guide auf das Fotografieren, einige Hintergründe findest du hier.

Orte – Wo du die besten Chancen auf Sterne hast

Du hast vermutlich schon gemerkt, dass du Sterne nicht überall auf der Welt gleich gut sehen kannst. Ein Blick nachts aus der Stadt in den Himmel zeigt dir meistens keine Sterne und schon gar keine Milchstraße.

Um Sterne zu sehen braucht es einen wolkenfreien, mondfreien Himmel und eine dunkle Umgebung und es sollte Sommer sein.

Um die Milchstraße zu sehen, musst du wissen, wann dein Standpunkt auf der Erde den Blick ins Zentrum unserer Galaxie erlaubt – du erinnerst dich an den Geographie Unterricht: Die Erde ist eine Kugel, dreht sich um sich selbst und ist ziemlich am Rand unserer Galaxie (die Milchstraße) angesiedelt. Wir wollen das helle Zentrum der Galaxie fotografieren und darum ist die exakte Positionsbestimmung je nach Tag und Uhrzeit und Standpunkt unterschiedlich.

Hoch oben in den Alpen mit Blick auf das nur leicht lichtverschmutzte Inntal. Die Berghänge schatten das Licht des Flachlands ab – die Alpen sind daher idea für motivierte Milchstraßen-Fotografen.

Wo kann man Sterne gut sehen?

Du brauchst einen Ort, der (idealerweise) vollkommen dunkel ist.

Das ist einfacher gesagt, als man denkt. Glücklicherweise gibt es Karten, die dir die generelle Dunkelheit bzw. nächtliche Lichtverschmutzung anzeigen: https://www.lightpollutionmap.info – Je dunkler die Karte, desto dunkler ist dieser Ort nachts (sofern keine Sonne am Himmel steht ;)).

Du siehst: Die Alpen sind ein ziemlich guter Ort, um Sterne und die Milchstraße zu sehen. Einige Täler sind ziiiieeeeemlich dunkel, so dunkel, dass sich nicht mal Hund und Katze gute Nacht sagen trauen.

Weitere dunkle Regionen in Europa sind Island, Nord-Schottland, Polen, Balkan, Pyrenäen, Rumanien.

Wo genau du die Milchstraße sehen kannst

Die Milchstraße bzw. das helle Zentrum der Milchstraße sehen wir Menschen auf der Nordhalbkugel nur in den Sommermonaten von etwa April bis Oktober. Auf der Südhalbkugel ist dies entsprechend umgekehrt.

Um die Sterne und die Milchstraße zu sehen, sollte bzw. darf der Mond nicht auf deinen Standpunkt scheinen. Wir verwenden diesen Mondkalender er zeigt uns wann der Mond aufgeht, wann er untergeht, wann eine Dämmerung (= schlecht, weil zu hell) zu erwarten ist und wann die Sonnen- auf bzw. untergeht.

Um die Richtung für Sonnenaufgang- und Untergang zu bestimmen verwenden wir die App Photographers Ephemeris.

Wo am Himmel du die Milchstraße erwarten kannst

Ok, unsere Erde bewegt sich um sich selbst relativ schnell. Das bedeutet für unseren Standpunkt scheinen sich die Sterne und die Milchstraße schnell am Himmel zu bewegen.

Empfehlung: Die App Photo Pills zeigt dir ziemlich leicht und schnell, wann und wo genau die die Milchstraße erwarten kannst (und vieles Weiteres mehr). Einige Andere Apps zeigen dir ebenso direkt per Display, wo und wann du die Milchstraße erwarten können wirst.

Meistens findest du die Milchstraße in Europa am Nachthimmel im Süden mit deutlichen Schwankungen nach West und Ost. Die genaue Lage findest du am einfachsten über eine App, oder du schaust in den Himmel und siehst den silbrigen hellen Streifen von alleine. Das Zentrum (der hellste Teil) der Milchstraße wird immer am Horizont zu finden sein.

Empfohlene Apps:
Photographers Ephemeris, Sky Guide, Stellarium, Skymap , Sky View, Photo Pills (unsere Empfehlung)

Wann du die Milchstraße sehen kannst

(Gültig für Europa und ähnliche geografische Breiten)

  • März bis Mai: Nur kurz vor Sonnenaufgang sichtbar.
  • Juni bis August: Fast die ganze Nacht sichtbar.
  • September bis Oktober: Direkt und kurz nach der Dämmerung sichtbar.
  • Es darf kein Mond sichtbar sein.
  • Ideal ist die Zeit um den Neumond jeweils.

Werde ich einen wolkenfreien Nachthimmel haben?

Eine befriedigende Antwort wird dir vermutlich jede Wetter-App vorhersagen können. Genauere Daten bekommst du bei lokalen Wetterdiensten oder Karten, die dir die Wolkenbedeckung vorhersagen. z.B. bei wetterzentrale.de.

Ein halbwegs valider Wetterbericht wird dir maximal 3 Tage im Voraus das ungefähre Wetter vorhersagen können. In den Bergen ist das Wetter meist etwas unbeständiger und schwieriger vorherzusagen.

Was du vor Ort beachten musst

Checke täglich die Bewölkungsvorhersage. Wolken sind nicht dein Freund, können aber auch spannende Überraschungen zaubern.

Mountain Moments Tipp: Eine mögliche Location einmal vor Einbruch der Dämmerung besuchen. So kannst du dir vorab eine schöne Bildkomposition überlegen. Außerdem kennst du so schon die Gegebenheiten vor Ort, fällst in kein Loch, wirst nicht von einem Anwohner verscheucht und kannst dich auf deine Fotografie konzentrieren.

4. Kameraeinstellungen Polarlichter: Blende, Fokus, ISO, Belichtungszeit – alles was du wissen musst

Die meisten Einsteigerfotografen und Hobbyfotografen haben mit den Kameraeinstellungen zu kämpfen, wenn es ums manuelle Fotografieren geht. Und einen Sternenhimmel mit oder ohne Milchstraße fotografiert man manuell – egal ob mit Profikamera oder mit dem Smartphone.

Hier findest du alle gängige Kameraeinstellungen für Sternenbilder und Milchstraßenbilder (inkl. Tabelle und 500er-Regel).

Dies sind unsere empfohlenen Kameraeinstellungen, bitte beachte, dass das Umgebungslicht schwanken kann – daher geben wir dir hier jeweils einen Korridor vor, in dem du gute Chance auf ein tolles Bild hast.

  • Dateiformat: Fotografiere im Raw-Format – Du wirst dein Bild ohnehin nachbearbeiten für gelungene Ergebnisse, das Raw Format hilft dir das Maximum aus deinem Sensor rauszuholen. Auch günstige Kameras und einige Smartphones können dies.
  • Weißabgleich: Du fotografierst im verlustfreien Raw-Format, daher betrifft dich dies nicht. Du stellst den Farbwert in der Nachbearbeitung ein.
  • Lichtempfindlichkeit: ISO 1600-6400 – Gehe von einem ISO Wert von 3200 aus und schaue, ob du die Empfindlichkeit erhöhen musst, oder verringern. Wie erwähnt, die Helligkeit der Umgebung schwankt, hieran musst du deine Kamera anpassen.
  • Blende: Offenblende – Verwende die offenste Blende, die dein Objektiv hergibt und bei dem es noch scharf ist. Gute Objektive bieten dir eine Offenblende von 2.8 und sind hier bereits scharf. Um Unschärfe zu vermeiden, sollten alle Bildelemente eher weit weg sein, bei einem Weitwinkelobjektiv mindesten 20-30 Meter. Wichtig ist, dass du dein Objektiv scharf auf sehr weit entfernte Objekte stellst.
  • Verschlusszeit: 5-40 Sekunden – Die maximale Verschlusszeit (also die Zeit während der Licht auf deinen Sensor trifft) bestimmt die Geschwindigkeit der Erdrotation und deine Ausrüstung. Mit dem vorgeschlagenen Setup Vollformatkamera und Weitwinkelobjektiv kannst du 20-30 Sekunden einstellen, und die Sterne werden scharf abgebildet.
    Für andere Brennweiten/Objektive rechne: 500/Brennweite = maximale Zeit in Sekunden
    (500er-Regel, gütig für Vollformatsensoren)
    Tabelle Milchstraße fotografieren Sensor und Objektive.
  • Sonstige Kameraeinstellungen: Manuelle Einstellung, manueller Fokus (Kontrolle z.B. per Live-View oder mit Hilfe eines Testbildes und Zoom, Bildstabilisator immer aus (!).
  • Fokus: Richtig fokussieren im Dunkeln – Das wohl schwierigste bei der Nachtfotografie ist es ordentlich und scharf zu fokussieren. In der Dunkelheit kannst du den automatischen Fokus leider oft vergessen. Es gibt verschiedene Methoden dies zu umgehen.
    • Methode a) Die einfachste Methode ist im Automatikmodus auf ein helles Licht (z.B. Straßenlaterne, Haus), das weit entfernt ist (mindestens 100m) zu fokussieren. Direkt im Anschluss stellst du deine Kamera auf manuellen Fokus um. So nutzt du die Automatik, und musst selbst nicht fokussieren.
    • Methode b) Etwas Erfahrung und Vorbereitung braucht die zweite Methode: Fokussiere im Tageslicht auf ein sehr weit entferntes Objekt mehrfach – nutze den mittleren Fokuspunkt und ein mittig liegendes Objekt bei Offenblende. Wenn du dir sicher bist, dass dies der schärfste Punkt dieser Brennweite ist, markiere dir beide Einstellungen am Objektiv mit einem Stift und/oder Aufkleber mit aufgemaltem Pfeil. Bei einem Zoomobjektiv nimm am besten eine Markierung für die weiteste Brennweite.

Tabelle: Sterne scharf und ohne Bewegungsunschärfe fotografieren – abhängig von Brennweite und Sensorgröße.

Tabelle: Maximale Verschlusszeit für scharfe Sternenbilder. Quelle: Eigene Darstellung/Mountain Moments

5. Bildbearbeitung: Tipps für schöne Sternenbilder und Milchstraßenpanoramen

Auch wenn die nächtlichen Sternenhimmel mit Milchstraße schon ein Spektakel an sich sind, solltest du als angehender Top-Fotograf natürlich nicht vergessen, ein schönes Bild zu kreieren.

Generell gelten auch hier alle Regeln der Kunst der Landschaftsfotografie – lerne in unserem kostenlosen Ratgeber Landschaftsfotografie alles, was du wissen musst.

Unbearbeitetes Raw-File einer Milchstrassenaufnahme. Komponiere dein Bild zuerst, wie du es magst, dann checkst du die Belichtung und daran folgt zuhause die Bidbearbeitung. Der Großteil der Bildbearbeitung für Anfänger, Fortgeschrittene und auch Profis passiert in Lightroom o.ä.

Speziell bei der Astrofotografie und den genannten Orten, bieten sich natürlich beeindruckende Landschaften zusätzlich als bildgestaltendes Element an. Bergsilhouetten mit Schnee, Seen und das Meer bieten sich für diesen Effekt an. Im Vordergrund machen sich auch immer Silhouetten gut: Menschen, Bäume, Häuser geben einen Eindruck der Umgebung und erzählen eine größere Geschichte.

Wichtig ist bei der Bildbearbeitung, dass du beim Fotografieren bereits darauf geachtet hast, dass dein Foto gut belichtet ist, und sich insbesondere keine zu hellen Stellen im Himmel befinden.

Du kannst die richtige Belichtung im Histogramm kontrollieren. Ein Histogramm zeigt dir die Helligkeitsverteilung im Bild an. Ausschläge rechts bedeuten das Bild ist zu hell, Ausschläge ganz links bedeuten es ist zu dunkel. Sternenbilder sind typischerweise nicht ganz mittig, sondern leicht nach links verschoben und eher etwas dunkel.

Bei der Bildbearbeitung solltest du auf einen passenden Farbabgleich Wert legen (du hast ja in Raw fotografiert und kannst dies daher verlustfrei). Meist kannst du dunkle Bereiche wie Gras und Sträucher und Bäume etwas nachträglich aufhellen.

Bei aller kreativer Freiheit achte bitte darauf, dass du es bei den Farben der Milchstraße und andere Objekte im Bild nicht zu sehr übertreibst – das wirkt schnell anfängerhaft.

Mountain Moments Tipp: Genieße die kreative Freiheit und finde deinen eigenen Weg!

 

6. Sternenhimmel fotografieren mit dem Smartphone (iOS, Android, Apps)

In diesem Kapitel lernst du schnell und easy, wie du die Milchstraße mit dem Smartphone fotografieren kannst (iPhone, Android). Eine Step by Step Kurzanleitung.

  • 1. Vorab: Besorge dir eine Foto App, die manuelles Einstellen und eine Timer Funktion ermöglicht
  • 2. Ort und Zeit: Wähle einen dunklen Ort aus, Juni bis August, es sollte kein Mond und keine Wolken zu sehen sein!
  • 3. Vor Ort: Stelle iso auf 1600, Blende offen auf z.B. f2.2 oder kleiner, versuche 25 Sekunden Belichtungszeit.
  • 4. Zentrum der Milchstraße: Schau, wo du einen hellen Streifen am Nachthimmel sehen kannst – am Horizont ist die Milchstraße am hellsten.
  • 5. Und Klick: Stelle dein Smartphone auf eine stabile Unterlage, es darf sich die 20-25 Sekunden nicht bewegen! Ein Stativ wäre ideal. Eh voila.
    Mache einige Bilder ohne das Handy zu bewegen und suche dir neue Standorte und feile an deinem Bildaufbau.

Wie du ein gutes Sternenbild mit deinem Smartphone machst?

Die ehrliche Antwort? Vermutlich gar nicht. Der Sensor der Smartphonekamera ist einfach zu klein, als dass er bei solch dunklen Lichtverhältnissen ein gutes Ergebnis liefert. Bessere Ergebnisse liefert dir ein großer Kamerasensor (z.B. eine Vollformatkamera) und qualitativ hochwertige Objektive (z.b. mit Offenblende 2.0). Unser Típp: Lehn dich zurück und genieße den Sternenhimmel einfach so.

7. Zusammenfassung Sterne und Milchstraße fotografieren: Der simple Step by Step Guide (Cheat Sheet)

Der Sternenhimmel mit Milchstraße ist eine schon beim bloßen Betrachten eindrückliche Erscheinung am Nachthimmel, beachte folgende Punkte und ich verspreche dir, du wirst großartige Momente einfangen können – sofern dir ein bisschen Quäntchen Glück hold ist.

  • Kameraausrüstung: Stabiles Stativ, Kamera mit manuellen Einstellmöglichkeiten. Idealerweise Vollformatkamera, Weiwinkel-Objektiv (z.B. 14mm) und große Offenblende (z.B. f2.8).
  • Smartphone: Eine stabile Grundlage für den Smartphone (Stativ), eine App, die dir manuelle Einstellungen ermöglicht.
  • Planung Milchstraße fotografieren: Ideale Zeit (Juni-August), einen passenden Ort mit wenig Lichtverschmutzung (Alpen ), kein Mond (Neumond ist ideal) sichtbar und einen wolkenfreien Himmel. Du musst wissen, was du vor Ort zu tun hast – und alles in Dunkelheit und Kälte beherrschen.
  • Kameraeinstellungen Astrofotografie: Lichtempfindlichkeit (ISO) ca. 3200, Belichtungszeit ca. 20 Sekunden, Offenblende am Objektiv (z.B. Blende 2.8), Fotos im Raw-Format aufnehmen.
  • Bildkomposition: Versuche alles Unwichtige aus dem Bild auszuschließen, konzentriere dich auf das Wesentliche. Nutze Bergsilhouetten und Bäume, Häuser oder Menschen als Größenrelation und für harmonischen Bildaufbau, Seen und Wasser zur Spiegelung verwenden.
  • Bildbearbeitung: Wähle eine passende Farbtemperatur, hole die leuchtenden Farben im Himmel hervor. Vordergrund selektiv etwas aufhellen. Natürlichkeit ist Trumpf: Übertreibe es nicht mit den Farben. Sterne nachschärfen.

Je nach Lage der Milchstraße bieten sich auch hochkant-Bilder an. Ein Weitwinkel-Objektiv macht es möglich.
Die Lage der Milchstraße kannst du am besten mit einer Foto App per Geo-Standort bestimmen und vorhersagen. Zu einer anderen Tageszeit an einem anderen Sommertag wäre die Milchstraße womöglich um 90° gedreht hier sichtbar.

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