Wer gut fotografieren will, muss seine Kamera-Einstellungen verstehen. „Was für Einstellungen verwendest du an deiner Kamera?“ ist wohl die häufigste Frage, die wir in unseren Foto-Workshops in den Bergen behandeln.

Hier möchten wir dir die wichtigsten Tipps zu typischen Situationen beim Berge fotografieren geben: Lerne, welche typischen Einstellungen du wann einsetzen solltest.

 


Über den Autor

Hey! Ich bin Marius, Gründer von Mountain Moments, Outdoor-Profifotograf, Journalist, Sozialwissenschaftler und Bergliebhaber aus Leidenschaft! Lerne das Mountain Moments Team kennen und lies unsere Tipps, Tricks und Foto-Abenteuergeschichten im Blog.


 

Die typischen Kameraeinstellungen in der Bergfotografie

Foto: Nina

Hier zeigen wir dir die typischen Einstellungen, um Berge zu fotografieren. Zunächst das Allgemeine, danach folgen einige typische Beispiele.

In jedem Fall solltest du eine Halbautomatische P/S(TV/A(AV) oder Manuelle Einstellung (M) wählen, nur so hast du das Geschehen unter Kontrolle.

Fokus: Wir empfehlen meist den Spot-Fokus bei der Bergfotografie. Nach kurzer Eingewöhnungsphase bist du mit diesem meist am Besten bedient und zudem versagt er quasi nie. Folgender Ablauf dabei: Spot Fokus einstellen – Auslöser halb durchdrücken zum Fokussieren und halten – jetzt Bildausschnitt wählen – Durchdrücken.

Testbild: Wir empfehlen Testbilder zu machen. Nicht für jedes Bild braucht es ein Testbild, aber alle paar Stunden, je nach Lichtänderung und Situation kann es sinnvoll sein öfter am Tag eines zu machen.

Histogramm: Die Bildkontrolle erfolgt im Histogramm im Kamerabildschirm am besten vorab bei einem Testbild. Das Histogramm zeigt dir an, ob du gut oder nicht gut belichtet hast. (Tipp: Lerne das Histogramm zu verstehen, es ist nicht schwer, braucht allerdings ein bisschen Übung. In deinem Kamera Menü kannst du es dir am Bildschirm oder im Live-View anzeigen lassen).

Berglandschaft im Sommer (Einstellungen)

Klassisches Landschaftsbild an einem heißen Sommertag bei einer Wanderung in Tirol/Seefeld zur Rauthhütte.

An einem hellen Sommertag kannst du deine Standardeinstellungen verwenden. Der Lichtempfindlichkeitswert kann meist auf ISO100 gehalten werden, und mit Blende und Verschlusszeit gespielt werden und je nach Motiv und gewünschtem Effekt eingesetzt werden.

Für ein klassisches Landschaftsbild nimmst du eine Blende von ca. f9 bis f14, so ist fast alles scharf abgebildet. Die Verschlusszeit ergibt sich entsprechend.

Bei dunkleren Verhältnissen verlangsame zuerst die Verschlusszeit bis das Bild verwackelt (je nach Brennweite/Sensor unterschiedlich), dann erhöhst du ISO und verringerst die Blende schrittweise.

Typische Einstellungen: ISO 100, Blende f7, Verschlusszeit 1/400, Programm A/Av/M

Berglandschaft im Winter (Einstellungen)

Sonnenuntergang fotografieren im Winter

Schneelandschaften sind bei Sonnenschein meist besonders hell. Sie ermöglichen dir eine recht geschlossene Blende und schnelle Verschlusszeiten. Da sich Berge nicht bewegen, musst du weniger auf die Verschlusszeiten achten. Einmal eingestellt kannst du meist den ganzen Tag mit diesen Einstellungen fotografieren mit nur geringen Änderungen.

Achte darauf, dass du nicht überlichtest!

Typische Einstellungen: ISO 100, Blende f9, Verschlusszeit 1/1000, Programm A/Av/M

Outdoor-Bergsport fotografieren (Einstellungen)

Fotografierst du einen Menschen, z.B.: einen Wanderer, einen Mountainbiker, oder einen Skifahrer willst du ihn meist scharf abbilden. Da sich dieser Mensch bewegt, müssen wir die Verschlusszeit anpassen. Je schneller sich diese Person bewegt (in Relation zu deiner Position), desto kürzer muss die Verschlusszeit sein.

Wanderer fotografieren (Einstellungen)

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Wanderer bewegen sich recht langsam, daher musst du nur gering auf die Verschlusszeit achten. Mit der Blende stellst du die Tiefenschärfe ein. Fokus auf den Wanderer.

Typische Einstellungen: ISO 100, Blende f7, Verschlusszeit 1/500, Programm S/Tv/M

Mountainbiker fotografieren (Einstellungen)

mtb trails

Mountainbiken am Lyngenfjord mit Blick auf die Lyngenalpen

Mountainbiker bewegen sich relativ schnell mit ca. 20-70km/h und rasen mal schnell an dir vorbei oder bewegen sich relativ zu dir nur sehr langsam. Mit der Verschlusszeit kannst du regeln, ob der Biker scharf ist, oder du z.B. einen „Mitzieher“ versuchst. Test am besten die Verschlusszeiten mit verschiedenen Motiven und Geschwindigkeiten.

Mit der Blende stellst du die Tiefenschärfe ein. Fokus auf den Mountainbiker.

Typische Einstellungen: ISO 100, Blende f7, Verschlusszeit 1/800, Programm S/Tv/M

Skifahrer Fotografieren (Einstellungen)

Sonnenschein und Schneelandschaft ist eine der hellsten Lichtbedingungen in der Outdoorfotografie. Skifahrer sind meist sehr schnell und die spritzenden Schneekristalle umso mehr. Wähle hierzu mindestens 1/600 Verschlusszeit. Lichtempfindlichkeit (ISO) auf den untersten Wert (100). Blendenöffnung nach deinem Geschmack. Bei einem dunklem Schneefalltag musst du deine Blende meist etwas weiter aufmachen.

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Skifahren fotografisch charakterisiert: Schnell und hell. Und: Oft hast du nur eine Chance, scheue dich daher nicht ein Testbild zu machen.

Den ISO-Wert lässt du tagsüber bei Sonnenschein bei ISO100. Nur bei sehr dunklen Wintertagen oder in einer dunklen Schlucht musst du den ISO-Wert etwas erhöhen. Wähle S/TV (Blendenautomatik) und gib deiner Kamera in diesem Modus die Belichtungszeit vor. Oder fotografiere manuell und teste, welche Blende bei deiner Mindest-Verschlusszeit machbar ist.

Typische Einstellungen: ISO 100, Blende f9, Verschlusszeit 1/1000, Programm S/Tv/M

Lerne von unseren Kameraeinstellungen

Auch wir haben das alles mal lernen müssen und auch desöfteren daneben gegriffen. Noch ist kein Meister vom Himmel gefallen. Daher folgender Tipp, wie du besonders schnell und einfach lernen kannst: Fast jedes Bild wird mit den Kameraeinstellungen gespeichert und diese sind in der Datei auch abrufbar. Du findest diese Informationen in den Datei-Informationen.

Wie du diese Kameraeinstellungen findest:

Du kannst dir (fast) jedes Bild auf dieser Website per Rechtsklick herunterladen. Klicke danach wieder per Rechtsklick auf das Bild, dann auf Einstellungen. Im Raster „Details“ findest du die Informationen zu den Einstellungen.

Dieser Trick funktioniert auf einigen Plattformen wie Facebook und Instagram nicht. Die Unternehmen speichern zwar diese Daten, löschen sie vor der Anzeige an deinem Endgerät aber wieder.

 

Ich empfehle dir hier nun noch einige weitere Artikel auf Mountain Moments, die anderen geholfen haben und vielleicht auch für dich sinnvoll sind:

Bergfotografie Ausrüstung: In diesem Artikel haben wir daher die unserer Meinung sinnvolle Ausrüstung für die Bergfotografie zusammengefasst.

Rucksack-Check: Hier haben wir unseren Rucksack geöffnet und zeigen dir, was wir bei einer ganz normalen Wanderung bzw. Mountainbike-Tour in den Alpen dabei haben.

Sonnenuntergang fotografieren im Winter: Was du beim Sonnenuntergang fotografieren im Winter in den Bergen dringend beachten musst.

Ratgeber Bergfotografie: Unser gesammeltes Wissen zur Bergfotografie. Lies diesen Ratgeber, lerne Berge zu fotografieren und machen selbst noch schönere Bergbilder.

Fototipps: Noch nicht genug Tipps für bessere Bergfotos? Hier gehts zu den fünf wichtigen theoretischen Tipps für bessere Bergfotos.

 

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